Warum ein „Garten der Religionen“?

In unserer tagtäglichen Arbeit bei IN VIA Köln begegnen wir Menschen verschiedenster kultureller und religiöser Herkunft. Um sie und ihre biographischen Wurzeln richtig verstehen zu lernen, beschäftigen wir uns mit dem Glauben der Anderen aber auch mit unserer eigenen christlichen Herkunft. Der Dialog ist der Weg, um einander näher zu kommen.

Mit der Öffnung des ehemaligen Klostergartens der Jesuiten und dessen Umgestaltung in einen „Garten der Religionen“ möchten wir einen Beitrag zu Akzeptanz und Wertschätzung leisten. Die Kinder und Jugendlichen aus unseren vielfältigen Projekten erhalten hier die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Durch den Dialog – auch über die Herkunftsreligionen der Menschen – wollen wir den Heranwachsenden helfen, zu einer tragfähigen Identität zu finden.

Darüber hinaus lädt der Garten unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, sich an der grünen Oase inmitten der Stadt zu erfreuen und sich von ihren symbolischen Impulsen anregen zu lassen.

Unsere Motivation:

IN VIA Köln engagiert sich mit seinen Maßnahmen in Schulsozialarbeit, Arbeitsintegration und internationalen Projekten ausdrücklich für die Wertschätzung religiöser Verschiedenheit, die wir als einen wesentlichen Beitrag zum Frieden erachten.

In der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1965 über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen ermahnen die Konzilsväter die Katholiken,

„dass sie mit Klugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen sowie durch ihr Zeugnis des christlichen Glaubens und Lebens jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozial-kulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern“.

Diesem Auftrag entsprechen wir bereits in unserer täglichen Arbeit mit jungen Menschen. Zudem halten wir einen Ort des religiösen Dialogs für hilfreich, sogar für notwendig, den wir mit dem „Garten der Religionen“ im Herzen von Köln schaffen.

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8 Antworten zu Warum ein „Garten der Religionen“?

  1. Jörg schreibt:

    Hallo, tolle Idee der Toleranz. aber warum gibt es keine Ecke für den Atheismus? Herzliche Grüße

  2. Streng genommen bezeichnet man mit dem Begriff „Atheismus“ eine Haltung, die dem Glauben ablehnend gegenübersteht. Die Schaffung eines Platzes des Atheismus würde unserem Anliegen also tatsächlich wiedersprechen.

    Menschen, die an der Existenz eines Gottes oder mehrerer Götter und den Glaubensvorstellungen der Religionen zweifeln, nennt man Agnostiker. Aufgrund ihrer Zweifel gehören sie oft keiner Religionsgemeinschaft an. Sie stehen den Religionen aber nicht zwingend ablehnend gegenüber, sondern sind offen für den Dialog.

    Sofern die Bereitschaft zum Dialog besteht, ist jeder mit seinem Glauben und seinem Zweifel herzlich in unseren Garten eingeladen. Ein Dialog über den Zweifel an bestimmten Anschauungen kann genauso bereichernd sein, wie über den Glauben.

  3. Iris Tucek schreibt:

    Hat die Bereitschaft zum Dialog mit ALLEN Weltreligionen einen Sinn, wenn der Wahrheitsanspruch bei den Offenbarungsreligionen (Judentum,Christentum,Islam) immer auf die Missionsschiene führt ?

    • Wir gehen davon aus, dass der eigene Wahrheitsanspruch nicht dazu führen muss, dass ich die Religion des anderen nicht anerkennen und achten kann. Beispielsweise kann ich als gläubige Christin die Glaubenswahrheiten der Muslime im Dialog nachvollziehen und verstehen lernen. – Auch wenn ich sie für mich nicht annehme.

  4. Susanne schreibt:

    Mich würde interessieren, ob in dem Garten der Religionen auch Umweltbildung statt findet, oder ist das gar kein Thema?

  5. Susanne schreibt:

    Mich würde interessieren, ob im Garten der Religionen auch Umweltbildung statt findet?

    • Liebe Susanne,

      wir selbst bieten keine expliziten Seminare zur Umweltbildung an, obwohl das Thema „Erhalt der Schöpfung“ auch immer wieder von unseren Gästen im interreligiösen Dialog angesprochen wird. 😉
      Der Garten der Religionen ist ein öffentlicher Ort, seinen Sie herzlich willkommen ihn unter dem Aspekt der Umweltbildung zu besuchen oder zu nutzen.
      Mit vielen Grüßen in den Tag,
      Anne Plhak, Stabsstelle christliches Profil und interreligiöser Dialog bei IN VIA in Köln

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