„Take action & communicate“ – Jugendliche aus der Türkei, Rumänien, Italien und Deutschland schaffen Räume für den interreligiösen Dialog

Vorurteile, Stereotype, Missverständnisse, Fehlinformationen.
Oft gibt es ganz simple und basale Gründe für die Angst vor dem Fremden, die Abwehrhaltung gegenüber anderen Kulturen und Religionen bis hin zu Hass und Fremdenfeindlichkeit. Das gilt weltweit und passiert immer wieder.

„Minsche us alle Länder triff m‘r he aan jeder Eck.“, singt die Kölner Band Bläck Fööss in ihrem Lied „Unsere Stammbaum“. Interkulturalität und dementsprechend auch Interreligiosität gehören sowohl zu Köln als auch zu Deutschland und zu Europa.
Im wahrsten Sinne des Wortes treffen wir uns an „jeder Ecke“, sei es im Supermarkt, in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Hausflur.

Scheinbar aber fehlt uns ganz oft die Zeit zum Kennenlernen und die Möglichkeit in Dialog zu treten um einander von den eigenen kulturellen und religiösen Traditionen zu erzählen.

Diese Erfahrungen waren grundlegend für die Idee des Gartens der Religionen, mit dem IN VIA Köln e.V. einen Ort geschaffen hat, der Menschen mit verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen einlädt, in Dialog zu treten. Sibylle Klings, Geschäftsführerin des Verbandes, schreibt dazu: „Der Garten der Religionen lädt dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Über den Dialog – der Überzeugung sind wir – lernen wir Menschen einander erst wirklich kennen und verstehen. Religiöse Verschiedenheit wertzuschätzen ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Frieden.“

Seit der Eröffnung des Gartens im September 2011, haben mehr als 80 Besuchergruppen eine Führung mitgemacht. Viele haben den Dialog im Garten der Religionen begonnen, andere haben Impulse und neue Gedanken mit nach Hause genommen.

Diese Arbeit hat uns dazu inspiriert, eine internationale Jugendbegegnung zum Thema interreligiöser Dialog zu konzipieren.

Vom 13.08.-22.08. werden junge Erwachsene aus der Türkei, Rumänien, Italien und Deutschland bei IN VIA Köln e.V. zu Gast sein. „Take action & communicate“ – Werde aktiv und trete in den Dialog – lautet der Titel der Begegnung, der ganz bewusst auch Aufforderungscharakter hat.

Gemeinsam werden wir in der Woche überlegen, was der interreligiöse Dialog voraussetzt, wie wir miteinander ins Gespräch kommen können und wie der Dialog auch in den Heimatländern geführt werden kann.
In einer zweitägigen Fotoaktion suchen die Teilnehmer/-innen Orte im Kölner Alltag, an denen der interreligiöse Dialog stattfindet oder stattfinden sollte und haben den Auftrag, kreative Fotos dieser Plätze zu machen. Die Bilder sollen später in einer Dauerausstellung im Garten der Religionen gezeigt werden.

Die Jugendbegegnung wird durch das EU-Programm JUGEND IN AKTION gefördert.
Seit 1988 unterstützt die Europäische Union Jugendprojekte mit einem eigenen Förderprogramm. Mit JUGEND IN AKTION ging im Januar 2007 die jüngste Neuauflage an den Start: Insgesamt 886 Millionen Euro stehen bis zum Jahr 2013 bereit, von denen Jugendliche in 31 Ländern Europas profitieren sollen.

Die EU möchte damit Bürgersinn, Solidarität und zivilgesellschaftliches Engagement unter jungen Menschen stärken und ihnen zu mehr Mobilität und Zusammenarbeit in Europa verhelfen.
Bildungsangebote außerhalb der Schulen und Hochschulen sollen gestärkt werden, um jungen Menschen zusätzliche Lern-Erfahrungen zu eröffnen. Mitmachen können junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren. Die Qualifikationen, die sie dabei erwerben, werden europaweit mit einem Youthpass belegt.

Wir freuen uns über die Förderung unserer Jugendbegegnung und sind gespannt, was wir von- und miteinander lernen und erleben werden. Auch möchten wir uns bei allen Kolleginnen und Kollegen sowie Helferinnen und Helfern bedanken, die uns im Vorfeld bei den Vorbereitungen unterstützt haben.

„Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist, mir all, mir sin nur Minsche, vür‘m Herjott simmer glich.“, singen die Bläck Fööss. Auch, wenn wir uns wohl nicht darüber verständigen werden, ob wir letztlich alle gleich sind, so hoffe ich doch, dass wir viele Gemeinsamkeiten in unserer Unterschiedlichkeit erkennen werden.

Redaktion: Anne Plhak, Tel: (0221) – 4728 -711

weiterführender  Link:
Homepage der Nationalagentur für JUGEND IN AKTION

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